Dienstag, 2. Dezember 2008

wannensee










Ein satter Basston und ein leises Knistern, das Fenster des Zimmers und die helle Morgensonne spiegeln sich auf dem drehenden Vinyl.
Friedericke hockt auf einem grauen Kissen an ihrer Stereoanlage.
"Die Platte hat er nie gemocht."
Die dreht das Cover in ihrer Hand,
setzt den Tonarm um und ein neues Lied erhallt im Raum.

Sonntag, 30. November 2008

Dienstag, 25. November 2008

heile Welt










Wir sehen eine Reihe von Autos und Bussen vorbeifahren Sie geben uns den Blick frei:

Bavarian fruit bread, John drückt die Schachtel zusammen und wirft Sie in den Mülleimer. Er sitzt vor einem Öko Deli auf einer Bank, die Stiefel lässig auf seinen Koffern abgelegt. Es ist später Nachmittag, die Leute eilen geschäftig von Laden zu Laden. Neben John hat es sich ein Pärchen bequem gemacht. Sie auf Seinem Schoß.
"Kommt ihr von hier?"
Johns Stimme klingt müde rauchig fast flüstert er.
"Ey, ihr beiden, ich rede mit euch. Kommt ihr von hier?"
Sie läst vom Typen ab und richtet eingeschüchterte Blicke auf unseren Helden.
"mh. Ja, wenn man so will"
"Gibt es hier ein Pub? ne Bar oder sowas" John streicht mit seinem Daumen über seinen Mundwinkel.
Der Typ deuted in eine Richtung ->
"Die Strasse runter hats Cafés, ne Lounge gibt es dort die Strasse hoch "
John spuckt den Kautabaksaft zwischen seine Beine, drückt das Kraut noch tiefer in seine Backe.
"Nicht dieser Hippie Dreck" er faßt sich in seinen Nacken
"Was für Erwachsene"
Das Pärchen steigt in den anhaltenden Bus,
John fixiert den Busfahrer.
Die Türen schließen, der Bus fährt ab.

Sonntag, 16. November 2008

wolfsburg IIII

Der Geldspielautomat dudelt sein analoges 8bit Lied, die Lichter des Automaten blinken rhythmisch,
am Ende des Liedes surrt die Kühlung der Bierschankanlage und endet mit einem metallischen rasten.
Unser Freund John hat im Kellerrestaurant der örtlichen Kaufhauskette platz genommen.
„Rauchen ist hier verboten“ wurde ihm gesagt, so hält er sich verkniffen an seinem Bier fest, während der Wirt Eine nach der Anderen durchzieht.
Die hellbraune Bestuhlung und die Brauereivertragstheke kommen ihm vertraut vor, eine ganze Reihe solcher Läden hatte er in den letzten Wochen besucht.
„Frau Meineke die 23“
Die Tür öffnet sich und der Klang des Kaufhauses schwappt in die Musik leere Kneipe. Eine blonde Frau in den späten fünfzigern nimmt am Tresen platz und bekomme ohne Nachfrage einen klaren Schnaps sowie ein Piccolo serviert.
Auch Sie zündet sich eine Zigarette an, schließt ihre Handtasche, kreuzt ihre Beine auf dem Barhocker und atmet genüsslich durch die faltigen Lippen.
John stützt seinen Kopf mit der Hand und starrt gedankenverloren in die Ferne.
„Ich bin die Magret und wen du möchtest komm doch mit an die Bar“
Der Wirt in Lederweste poliert ein Bierglas und macht ein nichtsaussagenden Gesichtsausdruck.
John räuspert sich, streicht über seinen „Fruit of the loom“ Pulli.
„John, mein Name ist John und ich bin neu hier“
Er bietet ihr eine Zigarette an und greift selbst nach Einer.
„John, es ist mir egal was du bist, Hauptsache du bist nicht so kompliziert“
Die Dame krächzt und hüstelt in ihr Taschentuch.
Magret füttert den Automaten mit Geldscheinen, nippt an ihrem Sekt und tätschelt John auf den Oberarm.
„Gut mein Junge, du sollst mir Glück bringen heute morgen, bares Glück“
Es läuft gut für die Dame, sie verliert nur kleines Geld bis zum Nachmittag. John hingegen zahlt ihr eine Reihe von Schnäpsen, trinkt selbst zu viel und fällt kurz Ladenschluss unangekündigt vom Barhocker
rhumms!!“
Häähäkrächzt die Alte,
zu viel gesoffen, hähää
Geh nach Hause! Glück bringst du mir auch keins“

popkom

yes I can!

ok ok, vielen Dank!
Nach mehrfacher nachfrage geht es nun hier weiter, das wird schön..
mehr dazu später.
bis dahin.

Mittwoch, 6. August 2008

umzug






Sehr geehrte Vermieterin der Wohnung Karl-Marx-Str.,
nach langjähriger Beziehung haben wir uns entschlossen, zusammenzuziehen und einen neuen, gemeinsamen Lebensabschnitt zu beginnen. In der letzten Woche konnten wir nun Ihre wunderschöne Wohnung in der Liegenschaft Karl-Marx-Str. bewundern und waren sofort hin und weg.Fußläufig zu unseren engsten Freunden liegt sie im Herzen Neuköllns und damit auch ganz dicht an unserem. Wir sind erfreut über die Weite und Freundlichkeit der Wohnung und über die komplette und anspruchsvolle Ausstattung. Da wir beide schon seit langem berufstätig sind als Bildredakteurin mit Hochschulstudium und Requisiteur für Film und Fernsehen, hoffen wir, dass Sie sich für uns entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen

Dienstag, 22. Juli 2008

Sonntag, 20. Juli 2008

Samstag, 12. Juli 2008

bye bye wolfsburg










seine hand umfaßt den gelben pfosten der bushaltestelle, die muskeln und adern seiner hände sind zu sehen, krampfhaft nach vorne gebeugt sucht er schutz vor den schmerzen die seinen körper durchziehen. er hustet, immer und immer wieder, er rotzt roten schleim auf den haltestellenboden.
john richtet sich auf, streicht an seinen barthaaren entlang, fährt sich durch sein haar. ein kleiner schluck aus der jägerkronen flasche läßt den falen geschmack in seinem mund verschwinden.
der bus kommt, john fährt ab. raus aus wolfsburg